Geschichten und Legenden
Vrbnik ist sehr reich an Geschichten und Legenden. Einige haben wir für Sie ausgewählt.
MALIÈIÆI – DIE ELFEN
Während der Winterabende versammelten sich die Nachbarn in einem von ihren Häusern. Während das Feuer vom Kamin die kälteempfindlichen Alten, die immer näher ans Feuer rückten, wärmte, malte eine unsichtbare Hand an den Wänden der kaum beleuchteten Zimmer, wie auf den Seiten eines magischen Bilderbuches, unruhige, lebendige Bilder.
Merkwürdige Gestalten bewegten sich in alle Richtungen. In einem Augenblick wuchsen sie, sie beugten sich, sie wandten sich, im Nu verschwanden sie wieder. Dann begann man die Geschichten von früher zu erzählen. Man erzählte von ungewöhnlichen Begengnungen mit wundersamen Wesen. Mit den Wesen, die einmal hier mit den Bewohnern ihr Zuhause hatten. Bei der Feuerstelle lebte die Erinnerung an die Feen und die Elfen malièiæi auf. Vor langer Zeit, als man die Zeit noch nicht nach den Jahren gemessen hat, konnte man diesen wundersamen Wesen in der Stadt, aber auch auf den Wiesen, wo die Hirten verweilten, begegnen. Diese Begegnungen waren besonders mißlich, wenn sie während der Nacht passierten.
Die kleine Gasse Roè hatte große Schwierigkeiten mit den Elfen. Diese kleinen verspielten Wesen erschienen plötzlich, sie nörgelten und hänselten die Leute, denen nicht immer zum Scherzen zumute war. Die Einwohner von Roè – Gasse erinnerten sich sehr lange an einen Elfen und an die Schabernacke, die er trieb. Also, er ließ sich gemütlich im Dachboden eines Hauses in dieser Straße nieder. An diesem Haus werden sie bestimmt vorbeigehen, wennn Sie durch Roè – Gasse spazieren. Er ließ sich also hier nieder und wurde hier heimisch, am schlimmsten war aber, dass er jeden Tag einen Teller Makkaroni verlangte. Man musste ihn verpflegen, und zwar nicht mit irgendwelcher Kost, sondern mit Makkaroni, die die Vrbniker für sich nur sonntags und feiertags kochten.
Die Legende haben wir dem Stadführer: Vrbnik – Stadt und Umgebung von Marija Kraljiæ entnommen.
DAS PESTHAUS
Von dieser Zeit gibt es in der Gasse Smokovec ein Haus, das man das Pesthaus nennt. In diesem Haus lebte einmal die arme Jela mit ihrem einzigen Sohn. Sie erklärte sich bereit, die Pest in die Stadt hineinzutragen, weil ihr die Pest versprochen hatte, ihren Sohn zu verschonen. Die unglückliche Frau willigte in diese Abmachung ein, aber zum Unglück besuchte Jelas einziger Sohn an diesem Abend die Nachbarn, um nicht alleine zu Hause zu sein. Diesen Abend verheerte die Pest alle Häuser. Wie sie versprach, verschonte sie Jelas Haus, aber nicht das Nachbarnhaus.
Die Legende haben wir dem Stadführer: Vrbnik – Stadt und Umgebung von Marija Kraljiæ entnommen.
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